8:00 Uhr

Tom (14 Monate) wird von seinem Vater mit dem Rad gebracht und fällt gleich wieder ins Bettchen für den ersten Vormittagsschlaf, besser: Vorfrühstücksschlaf. Immerhin ist er seit 6.00 Uhr auf den Beinen, unnötigerweise. Deshalb ist er auch mit der erste an jedem Tag. Dagegen kommt Felix nicht ganz so pünktlich. Alisa-Marie, goldlockig mit himmelblauen Augen, schaut sich an, wie die Türe zwischen 8.00 und 8.45 Uhr immer wieder aufgeht und immer mehr Kinder zum Spielen dazukommen. Da sind manche Kinder ganz erfreut über das Angebot an Spielsachen, andere schmiegen sich erst einmal an die Betreuerinnen, und die dritten freuen sich einfach auf die anderen Kinder.

 

9:00 Uhr

Gemeinsames Frühstück, montags mit der Besonderheit, dass das Frühstück mitunter von den älteren Kindern für alle gemeinsam zubereitet wird. An den anderen Tagen bringt jedes Kind sein Frühstück selbst mit. Das mitgebrachte Obst und Gemüse wird dagegen immer für alle gemeinsam auf zwei Tellern angerichtet.

 

9:30 Uhr

Es gibt eine gemeinsame "Töpfchenrunde" mit Liedern und Fingerspielen. Die Kleinen schauen zu, bleiben aber vorsichtshalber in den Windeln. Dann gibt es für sie das erste offizielle Morgenschläfchen, während sich die Größeren im Gruppenraum vergnügen. Jeden Dienstag gibt es einen Plan mit leichten Übungen, wie Rückwärtslaufen, Ballfangen- und Werfen, Balancieren, aber auch Zeit zum freien Spielen und Ausprobieren. Außerdem: Lieder zum Einüben, Stillsitzen üben, Lernen, sich mit Neuen zu beschäftigen. Lernen, dem anderen nicht einfach alles aus der Hand zu reißen. Basteln unter einem Motto wie Weihnachten, Winter, Fasching, Ostern, Frühling. Selbst für die Einjährigen sollen die Mütter schon ausgeblasene Eier zum Verzieren mitbringen. Wer hätte das gedacht!Falls jemand Geburtstag hat, wird jetzt gefeiert, gesungen und ein kleines Geschenk überreicht. Genauso werden Weihnachten, Fasching, Ostern, Erntedank gemeinsam gefeiert.

 

10:30 Uhr

Wenn es nicht gerade in Strömen regnet, geht es nun raus. Zwölf Kinder anziehen, die Kleinsten in den Bollerwagen gesetzt und los geht's. Entweder für einen kurzen Spaziergang in den Wald, zu einem Besuch im nahe gelegenen Kindergarten, einem Besuch im Opel-Zoo, oder auch zum Spielen in den Garten am Haus, der einen Sandkasten, eine Rutsche, ein Planschbecken und ein Häuschen besitzt. Im Winter sind Schneeanzüge gefragt, im Sommer Buddelhosen.

 

12:00 Uhr

Zwölf kleine Schüsselchen werden für das Mittagessen bereitet, zwölf Lätze umgehängt. Vierundzwanzig Augen schauen neugierig, was in den Schüsselchen ist. Es gibt abwechselnd Fleischgerichte, Suppe, Vegetarisches oder Fisch. Und nie den Nachtisch vergessen! Jetzt kommt das Schwierigste für die Erzieherinnen; auf dem Plan steht: ruhig Essen lernen. Das heißt, zwölf Kindern beizubringen, sitzen zu bleiben, dem Nachbarn nicht das Schüsselchen wegzuziehen, den Löffel nicht in der Gegend herumzuwerfen, weder leer noch voll, nicht wieder alles auszuspucken und all die Nebenbeschäftigungen zu unterlassen, die manche Eltern beim Essen an die Toleranzschwelle bringen.

 

13:00 Uhr

Mittagsschlaf für die, die noch nicht abgeholt werden. Das Rollo im Schlafzimmer wird geschlossen, der Schlafanzug angezogen, der Schlafsack an, jeder bekommt sein Schmusekissen oder Schmusetier in die Arme und dann ist Ruhe.